Beschreibung
Diese aussergewöhnliche 5 Dukaten Goldmünze aus dem Jahr 1640 entstand unter Maximilian I., Kurfürst von Bayern, in einer der dramatischsten Phasen des Dreißigjährigen Krieges.
Nachdem Bayern und insbesondere die Residenzstadt München von schwedischen Truppen besetzt worden waren, entschloss sich der Kurfürst zur umfassenden Neu- und Verstärkung der Stadtbefestigung. Aus diesem Anlass wurden repräsentative 5-Dukaten-Stücke geprägt – nicht als Umlaufmünzen, sondern als barocke Schaustücke mit politischer und religiöser Aussagekraft.
Vorderseite (Avers)
Die Umschrift führt die vollständige Titulatur des Kurfürsten:
MAXIMIL(ianus) COM(es) PAL(atinus) RH(enanus) VT(riusque) BAVA(variae) DVX S(acri) R(omani) I(mperii) ARCHIDAP(ifer) ET ELECT(or)
Übersetzung:
Maximilian, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog beider Bayern (Ober- und Niederbayern), Erztruchsess und Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches.
Die ausführliche Titulatur unterstreicht den Rang Maximilians I. als eine der führenden Persönlichkeiten im Reich.
Rückseite (Revers)
Die Rückseite trägt ein Zitat aus Psalm 127,1:
NISI DOM(inus) CVSTODIERIT CIVIT(atem) FRVST(ra) VIGIL(at) QVI CVSTODIT
Übersetzung:
„Wo der Herr nicht die Stadt bewacht, da wacht der Wächter vergeblich.“
Dieses Bibelzitat verweist unmittelbar auf die historische Situation Münchens nach der Besatzung und bringt die religiös geprägte Legitimation für Schutz, Wiederaufbau und Befestigung der Stadt zum Ausdruck. Es verbindet politische Machtdemonstration mit göttlichem Schutzanspruch – typisch für barocke Repräsentationsprägungen.

